4. Bericht: Vilagarcia im Ria Arosa /Spanien bis Porto/ Portugal ( 01.09.- 07. 09.)

Chiloë – trans art lantico         

4. Bericht: Vilagarcia im Ria Arosa /Spanien bis Porto/ Portugal ( 01.09.- 07. 09.)

 

Ankerbucht Isla Arosa

Die Isla Arosa mitten im Ria Arosa lockt uns mit seinen großen rundgewaschenen Felsen und wir legen zwei Ankertage auf der Insel ein. Schwimmen, Felsen fotografieren und Insel erkunden. Im ganzen Ria schwimmen hunderte von Muschelbänken (hölzerne Flöße von ca. 20x20m).

 

 

Von Ferne glaubt man kaum zwischendurch fahren zu können, doch tagsüber, wenn man die flachen schwarzen Flöße gut sieht und kommt man leicht hindurch und es ist erstaunlich tief dort (zwischen 35 und 50 m). Am zweiten Ankertag schwärmen wir der Rancho Relaxo Crew von unserer kleinen Trauminsel vor und wir freuen uns und winken von den Felsen, als sie am Nachmittag einlaufen. Kurz vor Mitternacht dreht dann allerdings der Wind auf Nord und es wird ziemlich ungemütlich auf Legerwall. Beide Schiffe beschließen nach Caraminal, an der Westseite des Rias zu wechseln. Also Anker auf!

Dabei verhakte sich die Windfahnensteuerung der Rancho in einer gelben Boje. Jens leuchtet mit unserem kräftigen 55 Watt Scheinwerfer damit David sein Schiff von der Boje befreien kann, doch bei uns schmort die Sicherung durch. Die Rancho fährt los, sie kennen den Weg nach Caraminal schon. In der mondlosen Nacht durch ein Feld unbeleuchteter Muschelbänke zu steuern – was bin ich froh hinter der Rancho her fahren zu können. Da steigt Brandgeruch und Qualm von unten durch den Niedergang herauf. Der Kurzschluss hatte Folgen und Jens ist damit beschäftigt einen Kabelbrand zu verhindern, versucht den Brandherd zu finden und ausgefallene Geräte und Licht wieder in Betrieb zu bekommen. Das gelingt auch, aber der Geruch bleibt und nach 2 angespannten Stunden kommen wir wohlbehalten am neuen Ankerplatz an.

 

Bei Tageslicht stellen wir fest: ein Sicherungsautomat ist zusammengeschmolzen und hat die Leitung NICHT unterbrochen. Nur dass Jens sofort den Stecker des Scheinwerfers zog, hat Schlimmeres verhindert. Die Kabel liegen natürlich alle hinter Holzverkleidungen und unter der vollbeladenen Hundekoje.

 

Während wir die malerische Altstadt von Caraminal erkunden, erreicht Jens per sms die Nachricht vom tragischen Tod des wunderbaren Musikers Finn Martin. Er war bei einem artistischen Musikakt, bei dem er saxofonspielend Hauswände herunter geht, beim Stadtfest in Leipzig abgestürzt, unfassbar! Wir gehen spontan in die kleine, uralte Dorfkirche, neben der wir stehen und zünden zwei Kerzen an. Im Zusammenhang mit den Bühnenbildern für das Theater Feuervogel hat Jens mehrfach auch mit Finn Martin zusammengearbeitet. Fassungslos und traurig gehen wir zurück zum Schiff und Jens telefoniert mit Herrmann (Feuervogel) um Näheres zu erfahren. 

Auf den langersehnten Nordwind hoffend, kreuzen wir am Sonntagnachmittag (4.09.) aus dem Ria heraus und dann geht’s mit leichtem Wind vor der felsigen Küste gen Süden. Gegen 21 Uhr kommen wir bei Livemusik in der mondänen Marina von Sanxenxo an. Der Soundcheck klingt gut, aber kurz vor Mitternacht wird uns klar, dass wir den Hafen wechseln müssen. Nach Schnulzen und Kirmes ist uns heute wirklich nicht zumute. Auf dem kurzen Weg zur Marina von Porto Novo (1,5 sm) treffen wir unerwartet auf ein gigantisches Feuerwerk am Strand, fahren ein paar mal auf und ab und haben die besten Plätze auf See. Besser konnten wir die nächtliche Ausfahrt nicht timen.

 

In Porto Novo findet Jens am nächsten Tag hilfsbereite Elektriker der Marina direkt am Steg, die ihn bei der Suche nach einem neuen Sicherungsautomaten unterstützen. Wie befürchtet ist die alte Konstruktion hier nicht zu ersetzten, aber ein praktikabler und sicherer Ersatz wird gefunden. Ich kaufe Obst und kleine Muscheln auf dem Fischmarkt.

 

Dann kann die Fahrt nach eineinhalb Tagen weiter gehen. Auf dem Weg nach Süden gibt’s mal wieder Funkkontakt mit der Kira, Rancho Relaxo und Tamora, mit denen wir im Ria de La Coruna zusammen ankerten. Sie alle sind auf dem Weg zu den unter Naturschutz stehenden Isla de Cies, die Rancho liegt dort schon einige Tage vor Anker und schwärmt vom paradiesischen Leben. Eigentlich wollten wir die Insel auslassen, um schneller voranzukommen, aber spontan entscheiden wir auch dort vor Anker zu gehen. Die bergige grüne Insel ist zum Schwimmen und Wandern super schön, Jens und ich haben sie bereits im vergangenen Jahr lieben gelernt und so freuen wir uns wieder hier zu sein. Zum Sonnenuntergang rudern wir vom Ankerplatz an Land und nutzen das letzte Tageslicht für eine kleine Wanderung auf den zweithöchsten Berg. Gegen 23 Uhr treffen wir dann unsere große fröhliche Segler-Familie in einem idyllischen Gartenlokal überm Strand. Wir leeren noch so viel Weißwein wie möglich, doch da wir längst die letzten Gäste sind, lösen wir die Runde gegen halb eins auf und gehen mit guten Wünschen für die Weiterreise wieder auseinander und rudern zu unseren Booten.   

 

Ein Motorengeräusch weckt Jens morgens um 6 Uhr. Ein Fischer hat neben uns geankert, zu dicht, um ruhig weiter zu schlafen. Nichts wie weg, Anker auf und wir segeln los. 70 sm bis Porto liegen vor uns, wir bedauern den frühen Aufbruch nicht, auch wenn der Wind zum Segeln noch nicht reicht und wir erstmal ein paar Stunden motoren. Mittags dreht der Wind auf Nordost 3-4 und wir segeln mit ausgebaumter Genua die Küste entlang. Abends um 19.30 Uhr erreichen wir bei aufkommenden Wolken und kühlem 5er Wind den Hafen von Leixoës (bei Porto). Leinen fest, wir trinken einen Anleger. Als ich dann beim Kochen aus dem Fenster schaue, können wir die andere Seite des Hafens mit den Ladekränen nicht mehr sehen. Pottendicker Nebel, aber drinnen in unserem „Wintergarten“ (im Cockpitzelt) gibt’s Dinner bei Kerzenschein – total gemütlich, jetzt hier zu Hause zu sitzen. Die Rancho macht nachts um 1.30 Uhr neben uns fest, die Ärmsten mussten durch den dicken Nebel fahren, wie schön, dass wir noch was von der Küste sahen.  

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